Carl-Lohse-Galerie
Inhalt:
  1. Bischofswerda.de
  2. Kultur, Freizeit und Tourismus
  3. Carl-Lohse-Galerie

Carl-Lohse-Galerie

Wer war Carl Lohse?

Der gebürtige Hamburger Carl Lohse (1895-1965) kam nach dem Ende des Ersten Weltkrieges auf die Einladung des Armaturenfabrikanten Karl Hebenstreit erstmals nach Bischofswerda. Im Hause des Kolonialwarengroßhändlers Alfred Scheumann, dessen Tochter Johanna Lohse 1925 auch heiratete, fand der junge Maler ideale Arbeitsbedingungen. Im Kreise der Dresdner Künstlerfreunde, darunter Erich Ponto, Ludwig Renn, Hildebrand Gurlitt, Erna Lincke und Hans Christoph, die im Scheumannschen Haus ein- und ausgingen, fühlte er sich respektiert und in seinem expressionistischen Schaffen bestärkt. In der Folge entstand sein starkfarbiges Frühwerk, das heute zu den bedeutendsten Schöpfungen des deutschen Expressionismus nach dem Ersten Weltkrieg zählt. Ausstellungen in den Dresdner Galerien Arnold (1920) und Richter (1921) wurden von der Kritikern gelobt, sie brachten jedoch nicht die erhofften Verkaufserfolge, was Lohse zwang für einige Jahre nach Hamburg zurückzukehren. 1929 zog er mit seiner Frau endgültig nach Bischofswerda; in das Haus seines Schwiegervaters, in dessen Kolonialwarengroßhandel Lohse auch mitarbeitete. Aber das Malen bestimmte weiter seine Freizeit. Die zweite Schaffensperiode, die bis 1939 anhielt, ist durch einen realistischeren Gebrauch der Farben gekennzeichnet. Das Spätwerk schließlich besticht durch bedeutende Porträts und Landschaften. Zu Lebzeiten blieb Carl Lohse nur wenig künstlerische Anerkennung vergönnt, vor allem von den vorherrschenden Regimen – zunächst dem faschistischen, später dem der DDR - wurde er diffamiert und angefeindet. Aber der „kompromissunfähige“ Lohse ging seinen künstlerischen Weg unbeirrt weiter. 1965 verstarb er in Bischofswerda, wo er auch beigesetzt ist. Fünfundzwanzig Jahre später – 1990 – gründete sich in der Stadt die „Interessengemeinschaft Carl Lohse“, mit deren Hilfe gegenüber dem ehemaligen Wohnhaus und Atelier des Malers – dem heutigen sog. Bischofssitz – 1993 eine Galerie ihm zu Ehren eingerichtet werden konnte. Ein Großteil seines Nachlasses ging als Schenkung in den Besitz der Stadt über. Eine Auswahl dieser Arbeiten ist in der ständigen Ausstellung zu sehen.

Die Dauerausstellung bleibt aufgrund von Bauarbeiten bis auf weiteres geschlossen. Die Wiedereröffnung findet voraussichtlich Mitte des Jahres 2018 statt. Wir bitten um Verständnis.

Sonderausstellung: 24. August bis 14. Oktober 2018

Ausstellung der Zinnfreunde der Lausitz in der Carl-Lohse-Galerie Bischofswerda

Am Freitag, 24. August 2018, ab 19 Uhr, wird eine Ausstellung von Sammlerobjekten des Vereins der Zinnfreunde der Lausitz feierlich eröffnet. Bis Sonntag, den 14. Oktober 2018, wird eine breite Palette von typischen 30-Millimeter-Flachfiguren über vollplastische Vitrinenfiguren bis hin zu liebevoll gestalteten Dioramen präsentiert.

„Zinnfiguren, das sind nicht nur Soldaten“, tritt Vereinsmitglied Hans Schierig einer weitverbreiteten Auffassung entgegen. Der Neugersdorfer sieht stattdessen ein großes Interesse an diesem Mittel der Darstellung von Völker- oder Kostümkunde und natürlich der Uniform- und Waffenkunde aus Vergangenheit und Gegenwart. „Egal, was immer die Gründe für die Beschäftigung mit Zinnfiguren sein mögen, der Sammlerfreund muss immer die erworbenen Figuren nach seinen Vorstellungen bearbeiten und gestalten. Er muss sich dazu intensiv mit der Figur und ihrer historischen Epoche beschäftigen. Genau diese kreative Tätigkeit macht den Reiz an unserem Hobby aus.“

Zinnfiguren waren vermutlich bereits im antiken Griechenland und im Römischen Reich verbreitet, weiß Wikipedia. Die älteste bekannte deutsche Skulptur stammt demnach vom Anfang des 13. Jahrhunderts und wurde bei Magdeburg entdeckt. Zunächst wurden Zinnfiguren wahrscheinlich als Pilgerzeichen verwendet. Ab etwa 1550 erhielt die Zinnfigur einen immer größeren Raum im gesellschaftlichen Leben. Nürnberg und später auch Fürth waren die wichtigsten Zentren in Deutschland, von denen diese Entwicklung ausging. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts trat die Zinnfigur ihren Siegeszug in die Kinderzimmer an, der erst durch den Ersten Weltkrieg ein abruptes Ende fand. Die Figuren haben sich seitdem vom Kinderspielzeug zum beliebten Sammlerobjekt gewandelt.