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Carl-Lohse-Galerie

Aktuelle Information

Aufgrund der aktuellen Situation und der damit einher gehenden Verordnungen bleibt die Carl-Lohse-Galerie bis auf Widerruf geschlossen.

Jubiläumsjahr 2020

Zum 125. Mal jährt sich in diesem Jahr der Geburtstag Carl Lohses, zum 55. Mal sein Todestag, Grund genug für die Carl-Lohse-Galerie Bischofswerda ihren namensgebenden Künstler auf besondere Weise zu ehren. So werden vom 4. September bis 1. November zwei Ausstellungen in der Galerie zu sehen sein. Gezeigt werden zum Einen Werke zum Thema Industriekultur und zum Anderen bisher unveröffentlichte Werke aus dem Privatbesitz der Enkel. Im Anschluss daran werden schließlich die frisch restaurierten Werke des Künstlers gezeigt.
Das Jubiläumsjahr wird gefördert durch den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien.

Carl Lohse vom 4. Sept. bis 1. Nov. 2020

"Unbekannte Werke" || "Lohse und sein Blick auf die Industrie"

Am Freitag, 4. September 2020, wird eine Doppelausstellung eröffnet – aufgrund der aktuellen Verordnungen nur für geladene Gäste. Die Dauerausstellung wird pünktlich zum Start überarbeitet und getreu dem vom Freistaat Sachsen für 2020 ausgerufenen Jahr der Industriekultur „Lohse und seinen Blick auf die Industrie“ zeigen. In den Räumen, die normalerweise die regulären Wechselausstellungen beheimaten, bahnt sich derweil Sensationelles an: Der Bischofswerdaer Maler Falk Nützsche, einer der zahlreichen durch Lohse geprägten Oberlausitzer Künstler, stellt als Kurator eine Auswahl von bisher unveröffentlichten Lohse-Werken zusammen. Diese stammen aus dem Privatbesitz der Enkel des Künstlers.

Carl Lohse vom 5. Nov. bis 20. Dez. 2020 VERLÄNGERT bis 7. Februar 2021

"Lohse. Restauriert."

Im Anschluss an die Ausstellung "Unbekannte Werke" ziehen in die Räume der Wechselausstellungen bis Ende des Jahres Werke ein, die in 2020 – dank der Kulturraumförderung – restauriert wurden und in neuem Glanze erstrahlen.

Vernissage: 5. Nov. 2020 um 19 Uhr (abgesagt)

Wer war Carl Lohse?

Der gebürtige Hamburger Carl Lohse (1895-1965) kam nach dem Ende des Ersten Weltkrieges auf die Einladung des Armaturenfabrikanten Karl Hebenstreit erstmals nach Bischofswerda. Im Hause des Kolonialwarengroßhändlers Alfred Scheumann, dessen Tochter Johanna Lohse 1925 auch heiratete, fand der junge Maler ideale Arbeitsbedingungen. Im Kreise der Dresdner Künstlerfreunde, darunter Erich Ponto, Ludwig Renn, Hildebrand Gurlitt, Erna Lincke und Hans Christoph, die im Scheumannschen Haus ein- und ausgingen, fühlte er sich respektiert und in seinem expressionistischen Schaffen bestärkt. In der Folge entstand sein starkfarbiges Frühwerk, das heute zu den bedeutendsten Schöpfungen des deutschen Expressionismus nach dem Ersten Weltkrieg zählt. Ausstellungen in den Dresdner Galerien Arnold (1920) und Richter (1921) wurden von der Kritikern gelobt, sie brachten jedoch nicht die erhofften Verkaufserfolge, was Lohse zwang für einige Jahre nach Hamburg zurückzukehren. 1929 zog er mit seiner Frau endgültig nach Bischofswerda; in das Haus seines Schwiegervaters, in dessen Kolonialwarengroßhandel Lohse auch mitarbeitete. Aber das Malen bestimmte weiter seine Freizeit. Die zweite Schaffensperiode, die bis 1939 anhielt, ist durch einen realistischeren Gebrauch der Farben gekennzeichnet. Das Spätwerk schließlich besticht durch bedeutende Porträts und Landschaften. Zu Lebzeiten blieb Carl Lohse nur wenig künstlerische Anerkennung vergönnt, vor allem von den vorherrschenden Regimen – zunächst dem faschistischen, später dem der DDR - wurde er diffamiert und angefeindet. Aber der „kompromissunfähige“ Lohse ging seinen künstlerischen Weg unbeirrt weiter. 1965 verstarb er in Bischofswerda, wo er auch beigesetzt ist. Fünfundzwanzig Jahre später – 1990 – gründete sich in der Stadt die „Interessengemeinschaft Carl Lohse“, mit deren Hilfe gegenüber dem ehemaligen Wohnhaus und Atelier des Malers – dem heutigen sog. Bischofssitz – 1993 eine Galerie ihm zu Ehren eingerichtet werden konnte. Ein Großteil seines Nachlasses ging als Schenkung in den Besitz der Stadt über. Eine Auswahl dieser Arbeiten ist in der ständigen Ausstellung zu sehen.