Inhalt:
  1. Bischofswerda.de
  2. Aktuell und Wissenswert
  3. Stadtgeschichte
  4. Stadtgeschichte

Stadtgeschichte

Der mittelalterliche Stadtkern von Bischofswerda, sorbisch Biskopicy, liegt auf einem flachen Hügel aus eiszeitlichen Sanden und Kiesen, der nach allen Seiten leicht abfällt.

Lange vor der Stadtgründung hielten sich Menschen außerhalb der überschwemmungsgefährdeten Wesenitzaue auf. Wahrscheinlich ist, dass um 600 diese inmitten eines unwirtlichen Sumpfgebietes gelegene Erhebung von Sorben besiedelt wurde. Der Flecken hieß „Werda” - Flussinsel.

Vieles spricht dafür, dass unsere Stadt Namen und Entstehung dem Bischof „Benno, Graf von Waldenburg”, Vorsteher des Bistums Meißen zu verdanken hat. Er soll Bischofswerda von einem „unbedeutenden Marktflecken” in eine Stadt umgewandelt haben. Etwa 1076 ließ er eine Kirche errichten.

Erste urkundliche Erwähnung der Stadt

1227 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung. Anlass ist die Lossprechung des Ritters Matthäus von Cannewitz vom Banne durch Bischof Bruno II. von Meißen in Bischofswerda.

Unter Bischof Withigo I. aus dem Hause Camenz wurde um 1286 die Ringmauer mit Graben und Wall geschaffen. In diese Zeit fällt auch der Bau der Stadttore sowie der Fronfeste am Dresdner Tor. Hinzu kommt der Bau des alten Rathauses im gotischen Stil in der Mitte des Marktplatzes. Damit werden die Voraussetzungen für das Stadtrecht geschaffen. Seit 1361 wird Bischofswerda offiziell Stadt genannt.

In der Stadt lebten Handwerker und Gewerbetreibende, es gab „Brodbänke”, und Wochenmärkte fanden statt.

Erstes StadtsiegelDer erste Bürgermeister mit Namen Hermann Pocher unterzeichnete 1392 zusammen mit dem Pfarrer der Stadt - Heinrich Richter - und 11 Ratsmitgliedern die Stiftungsurkunde der Frauenkapelle. In diesem Jahr erhielt die Stadt auch das erste Stadtwappen und -siegel.

In den Folgejahren entwickelten sich rasch Handwerk und Gewerbe. Nachdem bereits 1379 das Bäckergewerbe bestätigt war, folgten später die Innungen der Schuhmacher, Kürschner, Tuchmacher, Schlosser, Schmiede, Radmacher, Stellmacher, Leineweber, Maurer, Fleischer, Schneider und Nadler. 1503 gründeten die Brauer auf Geheiß des Bischofs Johann VI. eine Brauereigenossenschaft.

Nach der Verleihung des Marktrechtes 1406 entwickelte sich die Stadt zu einem Handwerker- und Handelsstädtchen, zu einem Markt- und Wallfahrtsort. So besaß die damalige Hauptkirche neun Altäre, welche durch Schenkungen und Vermächtnisse gläubiger Christen gestiftet wurden. Es erfolgten Wallfahrten zu diesen heiligen Stätten, wodurch wiederum der Wohlstand der Stadt teils durch direkte Geschenke der Wallfahrer, teils durch Verkauf von Speisen und Getränken sowie Erzeugnissen der Handwerker gehoben wurde.

Stadtwappen

Seit 1559 führt die Stadt das neue, bis heute gültige Stadtwappen. Es zeigt auf blauem Hintergrund zwei schräg gekreuzte Bischofsstäbe, bewinkelt von vier sechsstrahligen goldenen Sternen. Man wollte wohl nachträglich den bischöflichen Besitz besonders herausheben, denn das, was man für das Wichtigste hielt, wurde über Kreuz dargestellt. Das Stäbekreuz kann aber auch als Symbol für ”Gesetz„ und ”Evangelium„ gedeutet werden. Die sechseckigen Sterne sollen die Schöpfung (in sechs Tagen wurde die Erde erschaffen) bedeuten. Die vier Bischofswerdaer Sterne werden verschienden gedeutet, „Wissende”, „Unwissende”, „Besitzende” und „Besitzlose” oder „Lehrer in Kirche und Schule”, „Zuhörer”, „Regenten” und „Untertanen”.

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt fünfmal durch die Pest heimgesucht. 1631 und 1632 trat die Pest erneut auf und forderte 660 Menschenleben.
 
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) war die Stadt Überfällen durch Kroaten und Schweden ausgesetzt. Während des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) plünderten Preußen und Österreicher die Stadt.

Von März bis Juni 1812 zogen napoleonische Truppen durch die Stadt nach Russland, am 13./14. Dezember 1812 floh Napoleon nach der Niederlage seiner Armee in Richtung Dresden und passierte dabei Bischofswerda. Vom 11. bis 12. Mai des folgenden Jahres lag Bischofswerda im Zentrum harter Kämpfe zwischen den napoleonischen Truppen und den verbündeten Armeen. Gegen 20.30 Uhr am 12. Mai brach, vermutlich durch die Fahrlässigkeit französischer Truppen nach der Einnahme der Stadt, der große Stadtbrand aus. Innerhalb der Ringmauer verschonte das Feuer nur drei Häuser an der Stadtmauer.

Bischofswerda - Stadtbrand 1813

Beim Wiederaufbau der Stadt nach 1813 erwarb sich der spätere Bürgermeister Heinrich Gottlob Süßmilch große Verdienste. Verschiedene Gebäude, z. B. die Kirche, das Rathaus, der sogenannte Bischofssitz und das Gasthaus „Zum goldenen Löwen” wurden nach Plänen des Dresdner Hofbaumeisters Gottlob Friedrich Thormeyer im klassizistischen Stil errichtet und prägen das Antlitz der Stadt.

Tuchfabrik HerrmannMit dem Bau der sächsisch-schlesischen Eisenbahn und der Inbetriebnahme des Bahnhofes Bischofswerda 1845 wurden in den folgenden Jahrzenten bestehende Handwerksbetriebe modernisiert und neue Fabriken entstanden (u. a. Tuchfabrik, Zigarrenfabrik, Glasfabrik, Gerbereien, Riemenfabrik, Armaturenfabrik, Landmaschinenfabrik, Möbelfabrik). Ebenfalls wurden Gebäude und Anlagen für solche öffentlichen Einrichtungen wie Post, Gericht, Schulen, Stadtkrankenhaus und Feuerwehr vollendet, die Berggaststätte Butterberg mit dem Aussichtsturm und das Schützenhaus errichtet und neue Straßen angelegt.

Bischofswerda - zerstörtes StadtviertelSeit dem 1. Oktober 1913 war Bischofswerda Garnisonsstadt und Standort für die 2. Kompanie des 1. Sächsischen Trainbatallions. Am Ende des Ersten Weltkrieges beklagte die Stadt 287 Gefallene, 342 Bischofswerdaer Bürger fielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.
 

1952 erfolgte im Zuge der Verwaltungsreform die Bildung des Kreises Bischofswerd