Mitbestimmung hautnah: Oberschüler gestalten Bischofswerda!

Kommunalprojekt der Klassenstufe 8 verbindet politische Bildung mit konkreter Mitbestimmung - Vom 7. bis 9. Oktober 2026 beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 im Rahmen eines dreitägigen Kommunalprojekts intensiv mit ihrer Stadt Bischofswerda.
Das Projekt wurde von den Gemeinschaftskundelehrkräften der Oberschule Bischofswerda geplant, organisiert und begleitet. Ziel war es, kommunalpolitische Abläufe kennenzulernen, eigene Ideen für die Gestaltung der Stadt einzubringen und Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung praktisch zu erproben.
Am ersten Tag erkundeten die Jugendlichen Bischofswerda bei einem gemeinsamen Stadtrundgang. Dabei lernten sie verschiedene Orte und aktuelle Themen der Stadt näher kennen. Unter anderem besichtigten sie den Gewerbepark am Drebnitzer Weg. Während des Rundgangs sammelten sie Beobachtungen und hielten fest, was aus ihrer Sicht in Bischofswerda verbessert oder weiterentwickelt werden könnte.
Am zweiten Tag arbeiteten die Jugendlichen in Gruppen an ihren Ideen. Unterstützt wurden sie dabei von den Stadträten Herrn Dr. Grüber und Herrn Fichte sowie vom stellvertretenden Oberbürgermeister Herrn Saring. Sie beantworteten Fragen, erklärten kommunalpolitische Abläufe und halfen den Gruppen bei der Ausarbeitung ihrer Anfragen und Anträge.
Auf diese Weise entstanden zahlreiche interessante und gut begründete Vorschläge zu Themen, die den Schülerinnen und Schülern für Bischofswerda wichtig sind. Die Ideen reichten von der möglichen Ansiedlung eines Einkaufszentrums über die Überdachung und Erweiterung der Sitzplatztribünen im Stadion Wesenitzpark, einen neuen Stadtpark vor dem Sporthotel und die Aufwertung verschiedener Spielplätze bis hin zur Fertigstellung des Kulturhauses und zur Gestaltung der Bushaltestellen. Weitere Gruppen beschäftigten sich mit der Nachnutzung der ehemaligen Lehrlingswohnheime, zusätzlichen Maßnahmen für mehr Sicherheit in der Stadt sowie der Entschlammung von Anglerteichen in der Region.
Den Abschluss des Projekts bildete an Tag Drei die Präsentation der ausgewählten Beiträge. Die Gruppen stellten ihre Anträge und Anfragen in der Aula der Oberschule Bischofswerda den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 8, dem Schülerrat, der Schulleiterin Frau Hartmann sowie dem stellvertretenden Oberbürgermeister Herrn Saring vor. Anschließend wählten die Achtklässlerinnen und Achtklässler sowie die Mitglieder des Schülerrates die drei überzeugendsten Vorschläge aus.
Am 29. Oktober 2026 trafen sich die Schülerinnen und Schüler von 9 bis 12 Uhr im Rathaus mit Oberbürgermeister Prof. Dr. Holm Große. Dort stellten sie ihre ausgewählten Anträge und Anfragen vor und besprachen ihre Ideen für Bischofswerda direkt mit ihm.
Die drei ausgewählten Vorschläge betrafen ein Parkprojekt, ein rund um die Uhr verfügbares Angebot in Bischofswerda sowie die weitere Gestaltung des Schulhofs. Zwei Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.
Für das Projekt eines Calisthenics-Parks sollen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Fachleuten konkrete Vorstellungen zu den gewünschten Elementen und zur Finanzierung vorlegen. Der Oberbürgermeister sagte Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Standort sowie bei der Einwerbung von Spenden zu. Zugleich wies er auf die Notwendigkeit klarer Verantwortlichkeiten für Pflege und Wartung hin.
Auch die Gestaltung des Schulhofs soll weiter vorangetrieben werden. Der Schülerrat hat bereits Konzepte für die Weiterentwicklung des Schulhofs erarbeitet, die der Stadt vorliegen. Für erste konkrete, umsetzbare und gegebenenfalls vorfinanzierbare Maßnahmen sollen nun über den Schülerrat Prioritäten benannt werden. Bereits vor etwa drei Jahren wurden hierfür Spendengelder gesammelt, die der Förderverein der Oberschule seither für die Umsetzung von Ideen der Schülerschaft bereithält. Darüber hinaus wurde das Vorhaben zur Gestaltung des Schulhofs im Außenbereich des Schulstandorts Kirchstraße mit Ober- und Grundschule von der Stadt bereits in das Fördergebiet „Stadtmitte Schiebock“ aufgenommen; die erforderlichen Fördermittel sind inzwischen beantragt. Der Oberbürgermeister möchte sich für die zeitnahe Beauftragung eines Fachplaners mit der Genehmigungsplanung einsetzen und das Projekt entsprechend der finanziellen Möglichkeiten im Rahmen der laufenden Haushaltsplanung 2027/2028 in den städtischen Haushalt aufnehmen, sodass die weitere Umsetzung mit Unterstützung der Stadt zeitnah vorangebracht werden kann.
Beim geplanten 24-Stunden-Shop wurde deutlich, dass die Umsetzung durch einen privaten Betreiber erfolgen müsste. Die Stadt kann hierbei als Vermittlerin unterstützen.
Darüber hinaus beantwortete die Stadtverwaltung drei Anfragen der Schülerinnen und Schüler zur Pflege beziehungsweise möglichen Übernahme städtischer Gewässer, zur Erhöhung der Polizeipräsenz sowie zur Müllentsorgung. Dabei wurden unter anderem bestehende Ansprechpartner und weitere Prüfschritte vorgestellt. Die Jugendlichen regten außerdem an, Mülleimer künftig auffälliger und stärker mit den Farben oder dem Wappen der Stadt zu gestalten, um die Identifikation mit Bischofswerda zu fördern.
Sowohl die beteiligten Gemeinschaftskundelehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler bewerteten das Kommunalprojekt positiv. Besonders hervorgehoben wurden die aktive Mitarbeit aller Gruppen, die intensive Auseinandersetzung mit wichtigen Themen für die Stadt und die fachkundige Unterstützung durch die Stadträte.
Die Jugendlichen schätzten außerdem den direkten Einblick in die Kommunalpolitik, die klassenübergreifende Zusammenarbeit, den Stadtrundgang sowie die klare Planung und Struktur des Projekts.
Die Schülerinnen und Schüler fühlten sich mit ihren Anliegen ernst genommen und schätzten die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Nun sollen die Vorschläge gemeinsam mit dem Schülerrat, der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister weiter konkretisiert werden.
Das Projekt machte deutlich, dass kommunalpolitische Bildung besonders wirksam ist, wenn Jugendliche ihre eigenen Anliegen einbringen und erleben können, dass Mitbestimmung bereits vor der eigenen Haustür beginnt.
Ein besonderer Dank gilt den beteiligten Stadträten, dem stellvertretenden Oberbürgermeister, dem Oberbürgermeister, der Stadtverwaltung, der Schulleitung und dem Schülerrat für ihre engagierte Unterstützung und die erfolgreiche Zusammenarbeit.