Annabell Barkow in ihrer Heimatstadt zwischen Verwurzelung und Aufbruch

Mit einer öffentlichen Vernissage wird am Freitag, dem 10. Juli 2026, 19 Uhr, in der Carl-Lohse-Galerie, Dresdener Straße 1, die Ausstellung „Wurzeln und Flügel“ eröffnet. Die Werkschau der Künstlerin Annabell Barkow ist danach bis zum Sonntag, dem 30. August 2026, zu sehen und findet an diesem Tag mit einer Finissage ihren Abschluss.
Drei Jahre sind vergangen, seit Annabell Barkow (Foto: privat) – aufgewachsen in Bischofswerda, heute lebend in Dresden – zuletzt in der Carl-Lohse-Galerie zu sehen war. Damals zeigte sie unter dem Titel „Wärme, Wachstum, Leben“ erste Acrylarbeiten, tastend und neugierig. Nun kehrt sie zurück. Reifer. Verwurzelter. Und bereit, die Flügel auszubreiten.
Dazwischen lagen drei Jahre, die alles verändert haben: Sie hat ihren Job gekündigt, sich selbstständig gemacht und geheiratet. Sie ist nach Vietnam gereist, um Akupressur in ihrer ursprünglichen Form zu lernen – bei der Quelle, in der Kultur ihrer Mutter. Sie absolviert derzeit eine Heilpraktiker-Ausbildung. Sie hat gelernt, dem Leben zu vertrauen, auch dann, wenn es keine Garantien gibt.
„Wurzeln und Flügel“ – der Titel dieser Ausstellung ist kein Ziel, sondern ein Zustand. Annabell Barkow zeigt Werke, die mitten im Prozess entstanden sind: keine abgeschlossenen Antworten, sondern ehrliche Fragen in Farbe. Verwurzelung und Aufbruch. Stabilität und Wagnis. Das Eine trägt das Andere. „Alles ist ein Prozess – ich stecke mitten in einer Entwicklung, und das bis zum letzten Tag. Es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt. Man muss es einfach ausprobieren. Manchmal erfordert das eine Menge Mut“, sagt Annabell Barkow.
Die Arbeiten spannen einen Bogen zwischen zwei Identitäten: der deutschen Verwurzelung in der sächsischen Landschaft und der vietnamesischen Seele, die in Farbe, Energie und Intuition lebt. Annabell Barkow ist Grafikdesignerin, Mindset-Coach und angehende Heilpraktikerin – aber vor allem: eine Künstlerin, die nicht trennt, was zusammengehört.
Die Ausstellung ist ihre Rückkehr nach Bischofswerda – und gleichzeitig ein Aufbruch in etwas Neues. In Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Selbstvertrauen.
Über die Künstlerin
Annabell Barkow, geboren und aufgewachsen in Bischofswerda, ist Künstlerin, Grafikdesignerin und ganzheitliche Gesundheitspraktikerin. Mit deutschen und vietnamesischen Wurzeln bewegt sie sich seit jeher zwischen Welten – in der Kunst wie im Leben. Sie malt seit der Kindheit, studierte Grafikdesign, und arbeitet heute als ganzheitliche Gesundheitspraktikerin in Dresden und Schwepnitz. Die Ausstellung „Wurzeln und Flügel“ ist ihre zweite Einzelausstellung in der Carl-Lohse-Galerie Bischofswerda.
Der Absolventin des hiesigen Goethe-Gymnasiums wurde die Freude am künstlerischen Schaffen scheinbar direkt in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Vân Anh Wendler ist bereits als freischaffende Künstlerin in der Region bekannt. Bereits in jungen Jahren hat Annabell Barkow in Bischofswerda ihre Spuren hinterlassen. Seit 2021 zieren überlebensgroße Hausnummern, vereint mit dem Markensymbol der Stadt, dem Schiebock, die Fassaden mehrerer Häuser in Bischofswerda. Diese Arbeiten an der Ecke Putzkauer/Dr.-Lange-Straße sowie der Neustädter Straße 42 bis 50 könnten fast als Familienprojekt bezeichnet werden. Die Häuser gehören der kommunalen Wohnungswirtschaft und Bau GmbH, deren Geschäftsführer Annabells Vater Andreas Wendler ist.
Aber bereits drei Jahre vorher hatte die Künstlerin in ihrer Heimatstadt für Furore gesorgt. 2018 hatte Annabell Barkow bei der Premiere des Bischofswerdaer Kunstförderpreises „MaWi“ den dritten Platz belegt. 2022 stellte sie erstmals in der Carl-Lohse-Galerie aus. Zuvor waren ihre Werke bereits mehrfach in Dresden zu sehen.